check-circle Created with Sketch. Transkript anzeigen Abspielen Pausieren

Das Bobath-Konzept

Das Bobath-Konzept beinhaltet einen neurologisch begründeten, interdisziplinär anwendbaren Ansatz zur Befunderhebung, Therapie und Hilfe für die Bewältigung des Alltags bei Menschen, deren Fähigkeiten zur Teilhabe am täglichen Leben durch eine neurologische oder Entwicklungsstörung eingeschränkt ist.

Dabei werden motorische, sensorische, perzeptive, kommunikative, emotionale und soziale Funktionen in ihrer Wechselwirksamkeit berücksichtigt und therapeutisch einbezogen.

 

Folgende Merkmale begründen erst in ihrer Gesamtheit das Spezifische des Bobath-Konzeptes:

  • Es handelt sich  um eine Bewegungstherapie, die sich auf das Interesse, die Motivation und die Aktivität des Patienten stützt. Sie lässt Raum für eine individuelle Gestaltung des Therapieprozesses durch Ärzte, Therapeuten, den Patienten und seine Bezugspersonen.

  • Die Therapie erfolgt als ein dialogischer Prozess zwischen Patient und Therapeuten, der auf die Lebenswelt des Patienten bezogen ist und an seine Kompetenz ansetzt.

  • Befunderhebung und Behandlungsplanung stehen in stetig zu aktualisierender Wechselbeziehung.

  • Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden setzen spezifische Techniken, Methoden und Hilfsmittel ein, die dem Patienten eigenständig, möglichst variable Problemlösungen für seine Handlungsziele ermöglichen und sich günstig auf die Qualität von Haltung und Bewegung auswirken.

  • Die Kenntnis der neurologischen Grundlagen und das Wissen um den Verlauf der verschiedenen Erscheinungsformen von Entwicklungsstörungen bilden die Grundlage für eine vorausschauende Planung fachspezifischer Ziele im interdisziplinären Team.

  • Die im Verlauf der Zeit zu beobachtende stetige Veränderung der Modellvorstellungen über Planung, Steuerung und Erlernen von Bewegung und Haltung bedingt Offenheit für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und fordert deren Einbeziehen in die Arbeit mit dem Patienten.