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Schrift Geimeinsames Lernen

Begleitung von Schülerinnen und Schülern im Gemeinsamen Lernen

Im Gemeinsamen Lernen werden die Schülerinnen und Schüler mit einer Sehschädigung wohnortnah in den zuständigen Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien durch Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule begleitet.

Wie erhält eine Schülerin oder ein Schüler Begleitung im GL?

Voraussetzung für die Unterstützung im Gemeinsamen Lernen ist die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs im Förderschwerpunkt "Sehen" (Gutachten nach AO-SF) und die Zuweisung der Schülerin/des Schülers an eine allgemeine Schule als dem geeigneten Förderort:

Zunächst können sowohl die Eltern als auch die zuständige allgemeine Schule beim Schulamt einen Antrag auf die Begutachtung stellen. Das Schulamt beauftragt nun eine Lehrkraft der Förderschule, zusammen mit einer Lehrkraft der allgemeinen Schule ein Gutachten zur Überprüfung des Förderbedarfs im Förderschwerpunkt "Sehen" zu erstellen. Das Gutachten schließt mit der Empfehlung für einen geeigneten Förderort ab. Abschließend entscheidet das Schulamt auf Grundlage des Gutachtens über den Antrag, bestimmt den Förderort und legt den zeitlichen Umfang der Begleitung durch die Förderschule fest (in der Regel 2 bis 4 Wochenstunden).

Welche Aspekte umfasst die Begleitung im GL?

Die Begleitung im Gemeinsamen Lernen im Förderschwerpunkt Sehen hat v.a. drei Adressaten:

Die Schülerin / der Schüler,
die Lehrerin / der Lehrer,
die Eltern

Beratung und individuelle Unterstützung der Schülerin / des Schülers – mögliche Themen:

  • Selbständigkeit und Akzeptanz der Sehbehinderung bzw. Blindheit
  • Förderung der visuellen Wahrnehmung
  •  Nutzung vorhandener Hilfsmittel, Umgang mit neuen Medien (z.B. Bildschirmlesegerät, Laptop mit Braillezeile und Sprachausgabe…),
  • Einführung und Übung sehbehindertenspezifischer oder blindenspezifischer Techniken (z.B. Arbeitsplatzgestaltung und Ordnungsprinzipien, Tastschulung, Förderung der verbliebenen Sinne, Orientierung und Mobilität (O & M), Lebenspraktische Fertigkeiten (LPF)
  • Individuelle Unterstützung im Klassenunterricht
  • Vor- und Nachbereitung von fachspezifischen Unterrichtsinhalten (sofern es aufgrund der Sehbehinderung oder Blindheit erforderlich ist)
  • Studien- oder Berufswahl


Beratung und Unterstützung der Lehrkräfte der allgemeinen Schulen – mögliche Themen:

  •  Auswirkung der Sehbehinderung oder Blindheit im Schulalltag (z.B. Simulation)
  • Spezifische Besonderheiten hinsichtlich methodischer und medialer Fragen im Unterricht
  • Organisatorische Fragestellungen (Wege im Schulgebäude, Lage des Klassenraumes, Auswahl des Sitzplatzes, Klassenraumbeleuchtung ...)
  • Konkretisierung und Umsetzung des Nachteilausgleiches


Beratung der Eltern – mögliche Themen:

  • Auswirkungen der Sehbehinderung oder Blindheit auf das schulische Lernen
  • Soziale Eingliederung ihres Kindes in die Klassengemeinschaft, die Schule, bei außerschulischen Freizeitaktivitäten
  • Einsatz von Kompensationstechniken für sehbehinderte/blinde Schülerinnen und Schüler
  • Arbeitsplatzausstattung (technische Hilfsmittel) für den schulischen und häuslichen Arbeitsplatz
  • Schullaufbahn und Studien- bzw. Berufswahl

Daneben werden noch weitere Bereiche in den Blick genommen: Integrationshelfer und Schulbegleiter, Zusammenarbeit mit außerschulischen Fachdiensten.